Richtiges Lüften – Wie und warum überhaupt?

 In Tipps

Das kennt jeder, der sich schon mal mit mehreren Menschen in geschlossenen Räumen aufgehalten hat: Es wird muffig, gern auch drückend, Müdigkeit und Kopfschmerzen kommen auf. Verbrauchte Luft beinhaltet Kondensat, CO2 und eventuell Feinstoffe, die zusätzlich ausgestoßen werden, z.B. wenn jemand raucht.

Ist die Luftfeuchtigkeit generell erhöht, kann das unerwünschte Folgen haben: abblätternder Putz, abrollende Tapeten, schlechtestenfalls bildet sich Schimmel und es können auch Schäden an der Bausubstanz entstehen.

Kommt es zu Schimmelbildung, kann das die Atemwege belasten, bestehendes Asthma oder Allergien können sich verschlimmern.

Unser CAREBRICK-Berater hilft Ihnen gern bei strukturell auftretenden Problemen bei feuchten Wänden weiter. Ursächlich hierfür kann aufsteigende oder durchschlagende Nässe sein. Bei Problemen durch Kondensat, ist das erste Mittel ganz klar: Lüften!

Aber wie lüfte ich richtig?

Gute Frage. Sie können ganze Lüftungspläne herunterladen und befolgen, oder aber sich einiger einfacher physikalischer Gesetze bewusst werden und dementsprechend handeln. Mit einigen wenigen Information zum Verhalten von Kondensat, gemeint ist Luftfeuchtigkeit, wissen sie nach dem Lesen intuitiv wie Sie angemessen lüften.

Nässe verhält sich zu Kälte wie die Maus zum Käse

Die Maus rennt auf der Suche nach Nahrung zum Käse. Der Dampf in der Luft fühlt sich am wohlsten dort wo es kühler ist. Das bedeutet, so wie es die Maus zum leckeren Käse zieht, so zieht feuchte Luft zu kühlen Räumen und kühlen Wänden. Das ist mitunter ein Grund, warum Keller häufig feucht sind und sogar im Sommer mehr nach Keller riechen. Darum haben Schlafzimmer, häufiger als andere Räume, Schimmelbefall.

Funktion und Nutzung der Räume bestimmen das Lüften

Sie persönlich produzieren pro Tag 10 bis 15 Liter Feuchtigkeit, die Sie an Ihre Raumluft teils unbemerkt abgeben. In Ihrem Alltag gibt es Zeiten, zu denen Sie mehr Feuchtigkeit produzieren als zu anderen, denken Sie an Duschen, Wäschetrocknen, Kochen.

Kondensat zieht zum kühlsten Raum und zur kältesten Wand in Ihrem Haus. Daraus ergibt sich:

  • Lüften Sie zeitnah zum Entstehen der Feuchtigkeit.
  • Öffnen Sie das Fenster, wenn möglich, dort wo der Dampf entsteht, nach dem Duschen also im Bad, während des Kochens in der Küche.
  • Schließen Sie Türen zu kühleren Räumen, z.B. Ihrem Schlafzimmer, so dass der Dampf nicht dort hin ziehen kann.

Schlafräume

Fenster, wenn möglich, nachts angekippt oder ganz geöffnet halten. Das bringt den größten Luftaustausch. Allerdings ist das, insbesondere im Winter, nicht jedermanns Sache. Ansonsten sollte nach dem Aufstehen eine intensive Stoßlüftung mit weit geöffnetem Fenster erfolgen. Am besten mit Durchzug wie unter ‘Lüftungsdauer’  empfohlen!

Wohnräume

Auch im Wohnzimmer ist regelmäßiges Lüften erforderlich. Befinden sich im Wohnzimmer sehr viele Pflanzen oder andere Feuchtquellen (z.B. Wäscheständer), sollten Sie besonderen Wert auf regelmäßiges Lüften legen. Spätestens wenn die Luftqualität als „schlecht“ empfunden wird oder Wassertropfen an den Fensterscheiben zu beobachten sind, sollte eine Stoßlüftung erfolgen.

Küche und Bad

In diesen Räumen kann in kurzer Zeit sehr viel Feuchtigkeit durch Duschen, Baden und Kochen anfallen. Dieser starken Erhöhung der Luftfeuchtigkeit sollte durch unmittelbares Lüften direkt entgegengewirkt werden. Nur wenn es keine Lüftungsmöglichkeit im Bad gibt (weder Fenster noch Ventilator), sollte die Tür zu anderen beheizten Zimmern geöffnet und vermehrt gelüftet werden.

Im Bad sollte, insbesondere bei eingeschränkter Lüftungsmöglichkeit, nach dem Duschen das Wasser von Wänden und Boden entfernt werden. Hierfür sind diese kleinen Handwischer praktisch. Textile Duschvorhänge sollten im Bad vermieden werden, versteht sich.

Und Sie wissen schon:

Im Schlafzimmer gilt der Sonderfall, dass hier im allgemeinen auch weniger geheizt wird. Feuchtigkeit aus anderen Räumen, z.B. dem naheliegenden Bad, zieht zum feuchtesten Raum. Je nach Einteilung Ihrer Wohnung lüften Sie nach der Dusche also auch hier oder halten Sie die Schlafzimmertür geschlossen, so dass die Feuchtigkeit hier nicht hinein strömen kann!

Keller

In Kellerräumen sind die Außenwände oftmals relativ kalt. In solchen Räumen kann sich im Sommer, wenn warme Luft in den Keller gelangt, Luftfeuchtigkeit an der kalten Kellerwand niederschlagen. Dadurch kann es zu Schimmelpilzwachstum kommen.

Der Keller im Sommer und im Winter

In den Sommermonaten sollten in Kellerräumen daher nicht am Tag, sondern vorzugsweise Nachts bzw. in den frühen Morgenstunden gelüftet werden. Selbstverständlich ist auch im Winter in Kellerräumen eine verstärkte Belüftung sinnvoll. Im Winter kann sie zu jeder Tageszeit erfolgen.

Lüftungsdauer & Querlüften

Je größer der Temperaturunterschied zwischen innen und außen, desto schneller der Luftaustausch. Gleicht sich die Temperatur von innen und aussen an, dauert es länger. Steigt die Temperatur draussen, erhöht sich die Lüftungsdauer. Öffnen Sie die Fenster im Sommer also besser früh morgens oder spät abends.

Daraus ergeben sich folgende Empfehlungen:

Dezember, Januar, Februar: 5 Minuten

März und November: 10 Minuten

April und September: 20 Minuten

Mai und Oktober: 20 Minuten

Juni, Juli August: 25 Minuten

 

Lüften Sie quer!

Öffnen Sie gegenüber liegende Fenster, so dass Durchzug entsteht. Drosseln Sie während des Lüftens die Heizung.

Halten Sie beim Stoßlüften auch die Innentüren offen. Der Luftwechsel wird dann wesentlich größer.

Vermeiden Sie ständig angekippte Fenster, denn Sie heizen dann vor allem die Nachbarschaft mit. Sie erhöhen also Ihren Energieverbrauch und die Heizkosten drastisch.

Ich hoffe, unsere Informationen und Tipps helfen Ihnen weiter.

 

 

Haben Sie feuchte Wände und hilft das regelmässige Lüften nicht? Dann helfen wir Ihnen gern weiter. Wir beraten Sie kostenfrei telefonisch und vor Ort!

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